Kein Schach bis Ostern: PCB stoppt Vereinsabend

Nun ist es amtlich: das Stadtteilzentrum bleibt mindestens bis Ostern geschlossen. Grund ist die erhöhte PCB-Belastung, die in einem Raum vergangene Woche gemessen wurde. Erst nächste Woche wird es weitere Messungen geben, die hoffentlich zeigen, dass der Aufenthalt im Stadtteilzentrum ungefährlich ist. Damit ist klar, dass unser Vereinsabend am 27. März ausfallen muss. Die Leitung des Stadtteilzentrums hat uns zugesagt, dass wir noch vor Ostern Klarheit bekommen, ob es am 10. April wie geplant weitergehen kann. Im Augenblick ist das das Ziel der Stadtverwaltung.

Eine nachvollziehbare Erklärung für die erhöhten Werte gibt es bislang leider nicht. Völlig offen ist, wieso plötzlich eine gesundheitsgefährdende Belastung im öffentlichen Teil des Stadtteilzentrums bestehen soll, wenn es doch bislang dafür keine Anzeichen gab. Dass potentiell eine PCB-Gefahr besteht, weiß man bei der Stadtverwaltung schon lange. So berichtete die HAZ vor einem Jahr, dass in den Sommerferien eine Grundreinigung durchgeführt werde, für die das Haus für eine Woche schließen müsse. Damals war von regelmäßigen Messungen die Rede bei denen immer Werte von unter 300 ng PCB pro Kubikmeter Luft festgestellt wurden. Jetzt wurden aber offenbar in einem Raum des Bürgerbüros, der öffentlich nicht zugänglich ist, etwas mehr als 800 ng/m³ gemessen. 800 ng/m³ sind der sogenannte Gefahrenwert für die PCB-Konzentration, bei dessen „Erreichen bzw. Überschreiten unverzüglich Handlungsbedarf besteht, da diese Konzentration geeignet ist, insbesondere bei Daueraufenthalt in den Räumen die Gesundheit empfindlicher Personen … zu gefährden“. (Umweltbundesamt: PCB-Richtlinie; allg. Richtlinie Innenraumluft) . Quelle der Belastung sollen Baustoffe sein, die 1967 beim Bau des Freizeitheims verwendet wurden. Warum sie aber fast 60 Jahre später plötzlich in solchen Konzentrationen auftreten, ist völlig unklar. Es ist im Stadtteilzentrum ja aktuell nichts gebaut und gestrichen worden. Ebenfalls unklar ist, warum sich binnen eines Jahres die Belastung verdreifacht haben soll. Vielleicht betrifft sie aber nur genau den einen Raum, in dem gemessen wurde. In der Erklärung der Stadt heißt es, dass die PCB vermutlich aus Fassadenteilen austreten. Der besonders betroffene Raum könnte sich von anderen Räumen durch stärkeren Kontakt zur Fassade bei geringerem Luftvolumen unterscheiden.