Zweite Mannschaft: knapper Sieg im ersten Spiel
Zu den angenehmeren Situationen im Leben des Schachspielers gehört es, im Mannschaftskampf bei Gleichstand in der letzten noch laufenden Partie den vollen Punkt einzufahren. Dieses Glück wurde heute Mannschaftsführer Thorsten zuteil. Nach viereinhalb Stunden Kneterei gab sein Gegner auf. Damit war der knappe 4,5 zu 3,5 Sieg im ersten Spiel der Bezirksklassen-Saison 2026/2027 gegen den SK Döhren-Gleidingen perfekt. Absteiger (wir) gegen Aufsteiger (die).
Das Heimspiel fand auf für uns unbekanntem Terrain statt: weil im Stadtteilzentrum Ricklingen kein Raum zur Verfügung stand, zogen wir ins Freizeitheim Linden um. Der Service dort war perfekt. Der Hausmeister hatte am Vorabend bereits Tische und Stühle so angeordnet, wie er es für einen Schachwettkampf sinnvoll fand. So mussten wir nur unser Material ins Gebäude schleppen und aufbauen.
Auf dem Papier waren wir klarer Favorit. An sieben von acht Brettern hatten unsere Mannen eine bessere DWZ als der jeweilige Gegner. Der Schachspieler weiß, dass das ohne Bedeutung ist. Tatsächlich einigten sich die Spieler in zahlreichen Partien auf remis, so dass der Mannschaftskampf lange ausgeglichen stand. Den Anfang machte Timo mit Schwarz am dritten Brett, der bereits nach gut anderthalb Stunden ein Remisangebot annahm. Uli am siebten Brett mit Schwarz und Bernd am vierten Brett mit Weiß folgten binnen einer guten Stunde. Crispin hatte am fünften Brett mit Schwarz selbst remis geboten, was der Gegner aber nicht annehmen wollte – trotz einer Stellung, in der eigentlich kaum etwas ging. Später aber kam es auch hier zur Punkteteilung.
Ordentlich Feuer loderte an den ersten beiden Brettern. Benjamin ignorierte am ersten Brett mit Schwarz, dass sein Springer von einem Bauern angegriffen worden war und inszenierte einen Angriff, bei dem der gegnerische König erst Richtung Brettmitte gezwungen wurde und anschließend wieder aufs Ausgangsfeld. Es sah nach einem schnellen Sieg für Benjamin aus, doch sein Gegner fand immer wieder kreative Verteidigungszüge. Immerhin musste er zwei Bauern opfern. So musste Benjamin gar nicht nach dem schnellen taktischen Schlag suchen. Er konnte einfach Material abtauschen und im Endspiel mit den beiden Mehrbauern gewinnen. Das war nach dreieinhalb Stunden die Führung für uns.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Torsten am zweiten Brett mit Weiß bereits remis geschlossen. Auch er hatte zunächst einen sehenswerten Angriff am Damenflügel inszeniert. Nach ein, zwei unglücklichen Zügen bekam der Gegner Gegenspiel auf den weißen König. Torsten bot remis in unklarer Stellung, in der aber sein Vorteil verflogen war. So stand es 3,5 zu 2,5 für uns.
Die Führung ging dann am achten Brett verloren. Dieter hatte mit Weiß drei Bauern für eine Figur geholt. Doch bald waren aus drei Bauern zwei geworden. Als die Türme abgetauscht waren, gab Dieter auf – der gegnerische Springer hätte seine Bauern eingesammelt und den gegnerischen Bauern zum Durchmarsch verholfen.
So entschied die Partie von Thorsten am sechsten Brett den Mannschaftskampf. Auch hier stand es lange ausgeglichen. Immer mehr Material verschwand vom Brett und im 21. Zug erhielt Thorsten ein Remisangebot, das in dem entstandenen Doppelturmendspiel durchaus berechtigt war. Thorsten lehnte trotzdem ab, weil er noch etwas Aktivität am Damenflügel entfalten konnte. Tatsächlich konnte er wenig später einen Bauern gewinnen. Das muss im Turmendspiel noch gar nichts heißen, aber ein Spiel auf Gewinn ist damit immer möglich. Thorsten hoffte auf seine bessere Bauernstruktur. Schwarz allerdings hatte einen Freibauern in der b-Linie. Tatsächlich hätte der fast das Rennen gemacht, weil Thorsten seinen König zu spät heranführte. Der Gegner sah den erforderlichen Trick nicht (Bauern opfern und wenn der Turm schlägt mit Schach auf h2 den Turm erobern). Der b-Bauer fiel, Schwarz holte sich dafür einen Freibauern in der h-Linie. Doch dem standen zwei verbundene Freibauern von Weiß im Zentrum. Schwarz fand nicht die richtige Verteidigungsidee und musste nach viereinhalb Stunden Spiel aufgeben. Das war das 4,5 zu 3,5 und der erste Mannschaftssieg für uns in der Bezirksklasse.
Bezirksklasse 2026/2027 - 1. Spieltag
| SF Ricklingen 2 | 4½ : 3½ | SK Döhren-Gleidingen. | ||
|---|---|---|---|---|
| Luft, Benjamin | 1921 | 1 : 0 | 1945 | Gadi, Tuyisenge |
| Gans, Torsten | 1905 | ½ : ½ | 1955 | Herder, Sönke |
| Traulsen, Timo | 1923 | ½ : ½ | 1861 | Rannefeld, Olaf |
| Schubert, Bernd | 1868 | ½ : ½ | 1742 | Oehlschläger, Frank |
| Herting, Crispin | 1804 | ½ : ½ | 1379 | Förster, Stefan |
| Hapke, Thorsten | 1760 | 1 : 0 | 1743 | Rudolph, Roman |
| Wolf, Ulrich | 1776 | ½ : ½ | 1625 | Grantz, Manfred |
| Helms, Dieter | 1706 | 0 : 1 | 1758 | Plinke, Thomas |




